Die Jugendlichen sind der wertvollste Schatz

Birkenau/Reisen. Der wertvollste Schatz sind die Jugendlichen – so lautet das Fazit der der dritten Jugendfeuerwehrübung der Großgemeinde Birkenau. Gemeindejugendfeuerwehrwart Daniel Hofmann hatte sich zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr ein anspruchsvolles Einsatzszenario ausgedacht, bei dem nicht nur die Kenntnisse in Sachen Brandschutz, sondern auch kühlen Kopf in brenzliger Situation zu bewahren, gefragt waren. „Bei unseren Übungen legen wir Wert darauf, einen geeigneten Übungsort in der Ortsmitte zu finden, der aber abseits stark befahrener Straßen liegt“, erklärte Hofmann.

Die Firma für chemische Erzeugnisse Hans Walz in Reisen war da eine geeignete Wahl. Nachdem der Alarm bei den Brandschützern eingegangen war, trafen die Feuerwehren der Kerngemeinde und die Feuerwehr Reisen als erste vor Ort ein. „Bei dieser Übung haben wir zum ersten Mal die Jugendlichen selbst die Rolle der Einsatzleitung und der Gruppenleitung übernehmen lassen. Das hat ganz hervorragend geklappt“, resümierte Hoffmann, der mit dem Verlauf insgesamt sehr zufrieden war.

Zunächst galt es für die Nachwuchsbrandschützer, Informationen von Menschen vor Ort einzuholen, um sich so ein umfassendes Bild von der Gesamtgefahrenlage zu machen. Mehrere Personen werden in der Werkhalle als vermisst, in der ein angenommenes Feuer für dichten Rauch und entsprechend schlechte Sicht sorgte. Verstärkung anfordern war angesichts dieses Szenarios die angemessene Reaktion. So rückten nach Alarmierung um zusätzliche Kräfte die Jugendfeuerwehren Buchklingen, Löhrbach und Nieder-Liebersbach an, die Jugendfeuerwehr Hornbach übernahm die Betreuung verletzter Personen.

Diese zu finden war die Aufgabe des Suchtrupps, der sich mit von der Feuerwehr selbst hergestellen Atemschutzgeräten für Jugendliche in den für die Gesundheit ungefährlichen Rauch der Nebelmaschinen begab. „In dieser Phase wurden die jungen Einsatzkräfte, die sich auf die Suche begaben, von Mitgliedern der Einsatzabteilung begleitet“, sagte Hoffmann. Nur allzu leicht verlieren nämlich selbst Erwachsene in dieser Null-Sicht-Umgebung die Übersicht.

Beide vermisste Personen waren dennoch schnell gefunden und die lebensgroßen Puppen, die diese symbolisierten, in Sicherheit gebracht. Danach erfolgte der Brandangriff von innen und von außen, wobei insgesamt neun Strahlrohre unter Wasser und in Stellung gebracht worden waren. Darüber hinaus galt es noch, den Treibstofftank für die betriebseigene Lkw-Flotte entsprechend vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Die Jugendlichen waren mit viel Elan und Einsatz erfolgreich im angenommenen Kampf gegen die Flammen, war das Fazit der Einsatzleitung, die im Nachgang im Feuerwehrgerätehaus den Verlauf der Übung analysierte.

Viel Lob von allen Seiten

Bevor Leckeres vom Grill und kalte Getränke verbrauchte Kräfte wieder auffrischten, gab es viel Lob von den Vertretern der Kommune und der Kreisfeuerwehr. Sowohl Reisens Ortsvorsteher Frank Jochum als auch Birkenaus Bürgermeister Helmut Morr dankten den jungen Kräften für ihren Einsatz. Ihr Dank galt aber auch der Leitung der Jugendfeuerwehren für die viele ehrenamtliche Arbeit für diese Übung, die etliche Stunden der Planung und Vorbereitung verlangt hatte. „Diese Übungen sollen den Jugendfeuerwehrleuten Gelegenheit geben, das Gelernte in die Tat umsetzen, gerade wenn der Einsatzstress noch als Faktor hinzukommt“, sagte Hofmann über das einmal im Jahr stattfindende Ereignis, das bei vielen Feuerwehren der Region immer mehr Wertschätzung erfährt.

Die Zukunft des Brandschutzes liegt in den Händen der nächsten Generation, war die einhellige Auffassung der Vertreter der kommunalpolitischen Gremien, die ebenso der Übung beiwohnten wie alle Leiter der Ortsteilswehren Birkenaus sowie der Kreisjugendleiter der Feuerwehren, Tobias Walter. uf

 

01.10.2018 aus Weinheimer Nachrichten/Odenwälder Zeitung, www.wnoz.de, von Udo Fritz

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