Jugend besteht die "Feuerprobe"

Birkenau. Die Jugendfeuerwehren der Gemeinde Birkenau bestanden die erste gemeinsame „Feuerprobe“: In Löhrbach fand die erste gemeinsame Großübung der Jugendfeuerwehren statt und Daniel Hofmann, Gemeinde- und Bezirksjugendwart, zog in der Garage des Feuerwehrgerätehauses in Löhrbach ein klares Fazit nach getaner Arbeit: „Das hätten die Einsatzabteilungen auch nicht professioneller und zügiger abgearbeitet.“ Er muss es wissen, schließlich stammt das Einsatzszenario, dem sich der Nachwuchs der Floriansjünger, der Wehren Reisens, Nieder-Liebesbachs, Buchklingens, Löhrbachs, Hornbachs und der der Kerngemeinde gemeinsam stellen mussten, aus seiner Feder.

Der angenommene Notfall ereignete sich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Dörsam, wo es bei einer Verpuffung in einer Werkstatt zwei Personen zu retten galt. Als Erste vor Ort hatten die Mitglieder der Jugendfeuer Löhrbach/Buchklingen und ihre Kameraden der Kerngemeinde die Aufgabe, die beiden vermissten Personen in der verrauchten Werkstatt zu finden und zu bergen.

Ende nach 18 Minuten

In der mit künstlichem Nebel eingeräucherten Werkstatt konnte der Feuerwehrnachwuchs, mit Atemgeräten ausgestattet und von Mitgliedern der Einsatzabteilung vor Ort begleitet, bereits nach drei Minuten die erste Person bergen. Nach fünf Minuten waren beide Vermissten in Sicherheit gebracht, wo die Kameraden der Hornbacher Wehr die Versorgung und die Erste Hilfe-Maßnahmen übernahmen.

Derweil arbeiteten die jungen Rettungskräfte der Wehren Nieder-Liebesbach und Reisen gemeinsam Hand in Hand, um die Wasserversorgung für den anschließenden Löschangriff zu legen. Nach nur 18 Minuten war das Szenario erfolgreich abgearbeitet worden.

Viel Lob für die Arbeit der Teilnehmer der lange geplanten und erstmals durchgeführten gemeinsamen Übung gab es von den Vertretern der Seniorenfeuerwehr wie von den Vertretern der gemeindlichen Gremien. „Das Ziel wurde zeitnah voll erfüllt“, bilanzierte Gemeindebrandinspektor Lars Himmel, der bei der Übung gemeinsam mit seinem Stellvertreter Oliver Kadel anwesend war. Dies sei nicht selbstverständlich, hätten doch die Jugendwehren zuvor nur getrennt und noch nie zusammen geübt. „Heute haben sechs Vereine ein gemeinsames Spiel gespielt“, sagte Himmel.

Eine schlagkräftige Truppe habe an diesem Tag ihr Können demonstriert, sagte Bürgermeister Helmut Morr, der sich bei dem Feuerwehrnachwuchs bedankte, dass sich dieser trotz der gerade begonnenen Schulferien in voller Stärke eingefunden hatte. „Ihr seid eine ganz tolle Truppe, die die hervorragende Jugendarbeit unterstreicht, die von den Wehren geleistet wird.“ Morr dankte für die ehrenamtliche Arbeit, mit der die Jugendlichen die Grundlage legen, dass der Brandschutz in der Gemeinde nachhaltig gesichert wird.

„Wenn es brennt, kann man sich auf Euch verlassen“, sagte Löhrbachs Ortsvorsteher Stefan Roewer, der den Besitzern des landwirtschaftlichen Betriebes Dörsam für die Bereitstellung des Gebäudes dankte. Roewer gab zu, von der reibungslos ablaufenden Hand-in- Hand-Zusammenarbeit fasziniert gewesen zu sein. Im Namen der Gemeindevertretung dankte Gemeindevertretervorsitzender und Ortsvorsteher von Nieder-Liebesbach Volker Buser den jungen Menschen in Blau: Diese hätten eine exzellente, herausragende Leistung absolviert, die alle, die sie beobachtet hatten, begeistert habe.

Man hatte lange gebraucht, um die erste gemeinsame Übung der Jugendfeuerwehren auf die Beine zu stellen, was nicht zuletzt an der Schwierigkeit lag, einen gemeinsamen Termin zu finden. Aber ein „Strohfeuer“ soll diese Veranstaltung nicht gewesen sein. Bereits an diesem Tag stand fest, dass im nächsten Jahr am 30. September die zweite Auflage der gemeinsamen Arbeit an der fiktiven Brandstelle stattfinden wird, dann wird der Schauplatz im Ortsteil Nieder-Liebesbach sein.

Nach getaner Arbeit war das Feuerwehrgerätehaus für die Einsatztruppen in spe geselliger Mittelpunkt. Dafür sorgten kostenfreies Grillgut und kühle Getränke, die sich die Rettungshelfer in Ausbildung redlich verdient hatten. uf

 

17.10.2016 aus Weinheimer Nachrichten/Odenwälder Zeitung, www.wnoz.de, von Udo Fritz

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