Brandschützer weihen neues Einsatzleitfahrzeug ein

Freiwillige Feuerwehr: Brandschützer weihen neues Einsatzleitfahrzeug ein

Freie Fahrt für ELW1

Birkenau. Als am Samstag in den Nachmittagsstunden die Martinshörner der Feuerwehrfahrzeuge der Birkenauer Wehr erklangen, war das kein Grund zur Beunruhigung. Denn schließlich begrüßten die Tanklösch-, Geräte- und die Mannschaftstransportwagen lautstark ihren neuen kleinen Chef. Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren der Ortsteile und der Nachbargemeinden und Städte besuchten ihre Kameraden in Birkenau am Feuerwehrgerätehaus auf dem Platz La Rochefoucauld, um den neuen Einsatzleitwagen der Wehr mit einer feierlichen Zeremonie in Dienst zu stellen.

Der Einsatzleitwagen der Feuerwehr, der ELW1, ist im Vergleich zu den imposanten Vierrad-Kolossen der Rettungstruppe auf den ersten Blick unscheinbar, ist er doch „nur“ ein gewöhnlicher VW T5-Bus – aber eben einer, der es in sich hat. In ihm befinden sich zwei Arbeitsplätze für Funker und zwei für die Einsatzleitung. In ihm können mit dem Schalten von Funkstrecken die einzelnen Einsatzteams an der Unglücksstelle koordiniert werden, weitere Hilfsorganisationen, wie die Johanniter-Unfall-Hilfe oder das Rote Kreuz eingebunden sowie die Verbindung zur Leitstelle in Heppenheim hergestellt werden.

Jan Hofmann, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr, begrüßte die Kameraden und Gäste, unter ihnen auch Bürgermeister Helmut Morr, der Erste Beigeordnete Wolfgang Grün, Vertreter des Gemeindevorstandes und der Gemeindevertretung sowie die Geistlichen der konfessionellen Kirchen Dekan Hans Georg Geilersdörfer und Pfarrer Markus Eichler. Hofmann ging auf den Prozess der Planung und der Anschaffung ein, bei der ein internes Gremium die Anforderung an das Fahrzeug ermittelt hatte und man sich auf den Rückhalt von Gemeindevorstand und -vertretung verlassen konnte, die die Anschaffung befürworteten. „Diese Anschaffung war nicht nur notwendig, sie ist auch als Dank an die freiwilligen Feuerwehrleute zu sehen, die in ihrer Freizeit viel Zeit aufwenden, nicht nur um die Sicherheit der Bürger zu gewähren, sondern sich auch in die Technik einzuarbeiten und diese sorgfältig zu warten“, sagte Morr, der den Dank der gemeindlichen Gremien und des Vorsitzenden der Gemeindevertretung überbrachte.

Gemeindebrandinspektor Lars Himmel erinnerte daran, dass das neue Fahrzeug in die Reifenspur des Vorgängers tritt, der 1992 von der Feuerwehr Gorxheimertal erworben wurde. Die technischen Veränderungen im Funkverkehr, wo alle Behörden mit Ordnungs- und Sicherheitsfunktion, wie Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst von analogem auf digitalen Funk umgestiegen sind, hatten nahegelegt, keine aufwendige Umrüstung eines alten Fahrzeuges, sondern die Anschaffung eines neuen zu tätigen. Das neue Fahrzeug ist allerdings sowohl in der analogen als auch in der digitalen Funkwelt zu Hause. „Das macht die geografische Lage Birkenaus in der Nachbarschaft anderer Bundesländer notwendig, wo die Umrüstung des Funkes zu unterschiedlichen Zeiten umgesetzt wird“, sagte Hofmann.

An die Notwendigkeit, dem Nächsten zu helfen, erinnerten die Geistlichen der evangelischen und der katholischen Kirche der Gemeinde, mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter, mit dem Christus das tatsächliche Helfen als tiefsten christlichen Imperativ verdeutlichte. Mit Weihwasser und dem gemeinsamen Sprechen von Fürbitten taten die Feuerwehrleute und die Geistlichen das Beste, um auch jenes Quäntchen Hilfe von oben zu bekommen, die eine gut ausgebildete und ausgerüstete weltliche Hilfe gerne mit im Einsatzgepäck hat.

 

11.05.2015 aus Odenwälder Zeitung / Weinheimer Nachrichten, www.wnoz.de, von Udo Fritz

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