Bewohner retten sich über Balkon

Buchklingen. Bei einem Brand in den frühen Abendstunden des gestrigen Freitags ist der vordere Teil eines Wohnhauses in der Buchklingener Talstraße schwer beschädigt worden. Zudem sind mehrere Fahrzeuge ausgebrannt. Verletzt wurde niemand. Die beiden nach Polizeiangaben 81 und 87 Jahre alten Bewohner konnten sich rechtzeitig über den Balkon vor den Flammen in Sicherheit bringen und blieben unverletzt. Über die genaue Höhe des Schadens sowie die Brandursache im Einzelnen konnten gestern noch keine Angaben gemacht werden. Beides zu ermitteln wird in den nächsten Tagen Aufgabe der Staatsanwaltschaft Darmstadt sein. Festzustehen scheint, dass zunächst ein unter dem Carport des Hauses abgestellter Pkw – möglicherweise durch einen technischen Defekt – in Flammen aufgegangen ist, die auf ein nebenstehendes weiteres Auto und zwei Motorräder übergegriffen haben. Die Flammen der vier brennenden Fahrzeuge hätten schließlich auch das Wohnhaus entfacht.

Fünf Wehren im Einsatz

Um 18.30 Uhr waren die Feuerwehren aus Birkenau-Mitte und den Ortsteilen Buchklingen und Löhrbach zu dem Brand gerufen worden. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zwei hohe Rauchsäulen bis nach Weinheim, Rimbach und sogar Hüttenfeld sichtbar, die über mehrere Kilometer einen ersten Eindruck von der Wucht des Feuers vermittelten. Unter der Einsatzleitung von Jan Hofmann fuhren die drei Feuerwehren in mehreren Einsatzfahrzeugen zum Ort des Geschehens, später wurden noch die Feuerwehr Weinheim sowie die Kameraden aus Nieder-Liebersbach hinzualarmiert.

Insgesamt waren schließlich 50 Einsatzkräfte vor Ort, die sich einer schwierigen logistischen Situation gegenübersahen. Da sich das brennende Haus in einer steil abschüssigen Straße befindet, war es zunächst kompliziert, die Wasserversorgung sicherzustellen, was schließlich aber gelang. Unterstützt von den Kameraden aus Weinheim, die mit einem Löschzug und der auch gestern wieder wertvollen Drehleiter vor Ort waren, hatten die Einsatzkräfte den Großteil der Flammen schnell im Griff – auch dank der Atemschutzträger, die sich unter einem großen persönlichen Risiko in das Hausinnere gewagt hatten.

Durch das reibungslose Zusammenwirken aller fünf Wehren gelang es, das Feuer nach 40 Minuten zu löschen, was umso wichtiger war, als das Nachbarhaus fast unmittelbar an das brennende Haus heranreicht. Die Bekämpfung einiger Glutnester und Lüftungsarbeiten dauerten noch bis in die späten Abendstunden.

Während der Löscharbeiten hatte der kleine Ortsteil etwas beinahe Gespenstisches angenommen. Zahllose sich drehende blaue Lichter in der hereinbrechenden Dunkelheit, die vielen Fahrzeuge der Feuerwehren, von der Polizei und den Notärzten, trauernde Menschen, Nachbarn, die vor Entsetzen und aus Mitleid mit der betroffenen Familie die Hände vor den Kopf geschlagen hatten oder einfach still weinten, verdeutlichten das Ausmaß dessen, was sich gerade abgespielt hatte. MB


13.10.2018 aus Weinheimer Nachrichten/Odenwälder Zeitung, www.wnoz.de, von Manfred Bierbauer

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